Alles, was Sie brauchen, um einen entspannten, barrierefreien Urlaub im Süden Teneriffas zu planen – vom Flughafen bis zum Strand, mit den Details vor Ort, auf die es wirklich ankommt.

Teneriffa zählt zu den sonnensichersten Winterreisezielen Europas, und der Süden der Insel – Los Cristianos, Playa de las Américas und Costa Adeje – gehört außerdem zu ihren eher barrierefreien Ecken. Die Ferienorte sind modern, die Uferpromenade ist eben, und dank des Klimas können Sie sich das ganze Jahr über angenehm im Freien aufhalten. Wer Teneriffa mit dem Rollstuhl besucht, kann mit ein wenig Planung die Strände, die Promenade, die Restaurants und die Ausflüge genauso genießen wie alle anderen.
In diesem Ratgeber haben wir zusammengestellt, was Sie vor der Reise wissen sollten – darunter einige Details vor Ort, die man leicht übersieht, die aber spürbar verändern, wie Sie Ihren Urlaub erleben.
Die meisten Besucher des Südens landen am Flughafen Teneriffa Süd (TFS), offiziell Tenerife Sur-Reina Sofía. Er hat nur ein einziges Passagierterminal, in dem man sich leicht zurechtfindet. Am Flughafen gibt es den Assistenzdienst „Servicio Sin Barreras“ des Flughafenbetreibers Aena. Er begleitet Fluggäste mit eingeschränkter Mobilität vom Parkplatz oder vom Terminaleingang bis zu ihrem Sitzplatz im Flugzeug. Melden Sie die Unterstützung mindestens 48 Stunden vor Ihrem Flug an – in der Regel über Ihre Fluggesellschaft – und seien Sie etwa zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen. Nach der EU-Verordnung 1107/2006 ist diese Unterstützung kostenlos.
Dabei sollten Sie wissen, was dieser Service leistet – und was nicht. Die Assistenz am Flughafen bringt Sie durch das Terminal, stellt Ihnen aber keinen Rollstuhl für den Urlaub zur Verfügung. Sie können Ihren eigenen Rollstuhl im Flugzeug mitnehmen, doch Fluggesellschaften und Gepäckabfertigung gehen mit Rollstühlen nicht gerade schonend um, und Transportschäden kommen häufig vor. Viele Reisende ziehen es deshalb vor, einen Rollstuhl auf Teneriffa zu mieten – ob einen manuellen Rollstuhl, einen ultraleichten Faltrollstuhl (8,5 kg) für Taxifahrten und Ausflüge, einen Transportrollstuhl, den eine Begleitperson schiebt, oder einen Elektrorollstuhl, wenn Sie die Promenade selbstständig erkunden möchten. So steht der passende Rollstuhl bei der Ankunft schon bereit, und vor Ort ist jemand dafür zuständig. Wenn Sie sich dafür entscheiden, können Sie sogar eine Lieferung zum Flughafen vereinbaren: Der Rollstuhl steht bereit, sobald Sie landen, und wird dort auch wieder abgeholt, wenn Sie nach Hause fliegen.
Das Beste am Süden ist für Rollstuhlfahrer die Küstenpromenade. Nach Angaben der Gemeinde Adeje ist sie rund 9 Kilometer lang, größtenteils eben und befestigt. Sie führt von Los Cristianos im Süden über Playa de las Américas bis nach Costa Adeje und kommt dabei an etwa elf Stränden, Dutzenden Cafés und Restaurants sowie zahlreichen Bänken zum Ausruhen vorbei. Im Rollstuhl oder mit einem Elektromobil kommen Sie in Ihrem eigenen Tempo von einem Ferienort zum nächsten – das gehört wirklich zu den schönen Seiten dieser Gegend.
Ein paar ehrliche Hinweise zum Gelände: Costa Adeje ist der jüngste Abschnitt der Küste. Die Straßen sind dort breit und eben angelegt, und Sie kommen hier am leichtesten voran. Auch Los Cristianos hat eine ebene Uferpromenade, doch die älteren Straßen ziehen sich von der Bucht den Hang hinauf und haben stellenweise Steigungen. Sehen Sie sich deshalb vorab an, wo Ihre Unterkunft liegt und wie weit es bis zur Uferpromenade ist. Abseits der Promenade sind die Gehwege in den Ferienorten meist in gutem Zustand, in älteren Straßen und Wohngebieten können sie jedoch holpriger sein.
Hier kommt es am meisten auf Ortskenntnis an: Wie barrierefrei die Strände sind, unterscheidet sich deutlich zwischen den beiden Gemeinden im Süden, Arona und Adeje – und jede betreibt ihren eigenen Service.
Hervorzuheben ist vor allem die Playa de las Vistas in Los Cristianos. Sie ist der einzige Strand der Gegend mit einem ganzjährigen Service für begleitetes Baden: Die Gemeinde Arona stellt dort Amphibienrollstühle, Amphibien-Gehstützen und einen Patientenlifter bereit – täglich von 11:00 bis 14:00 Uhr und von 15:00 bis 18:00 Uhr. Einzelbesucher müssen nicht reservieren. Wenn Sie auf dieser Reise vor allem ins Wasser möchten, ist das Ihr Strand – und ein gewichtiger Grund, in oder bei Los Cristianos zu wohnen.
In Costa Adeje stellt die Gemeinde an den Stränden Torviscas, Fañabé und Playa del Duque Amphibienrollstühle bereit. Torviscas und Fañabé haben zudem einen Service für begleitetes Baden; an der Playa del Duque gibt es zwar einen Amphibienrollstuhl, aber keine Hilfe beim Baden – Sie brauchen dort also eine Begleitperson. Ein wichtiges Detail: In Adeje lässt sich der Service nicht im Voraus reservieren – er richtet sich nach der Verfügbarkeit und den Einsatzzeiten der Rettungsschwimmer. Ist begleitetes Baden für Sie unverzichtbar, planen Sie daher am besten mit Las Vistas – über die Promenade ist es nur ein kurzer Weg dorthin.
Im Süden Teneriffas zahlt sich ein wenig Planung aus. Kümmern Sie sich um die Assistenz am Flughafen, und wählen Sie einen Standort, der zu Ihren Prioritäten passt. Merken Sie sich: Die Playa de las Vistas ist Ihre verlässlichste Wahl, wenn Sie ins Meer möchten. Und sorgen Sie dafür, dass die passenden Hilfsmittel vor Ort schon auf Sie warten, statt sie quer durch Europa zu schleppen. Dann entscheidet nicht länger Ihre eingeschränkte Mobilität darüber, wie viel Sie von Ihrem Urlaub haben.
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