Zum Hauptinhalt springen
Ratgeber Barrierefreiheit

Barrierefreie Strände im Süden Teneriffas: die besten im Überblick

Ein Holzsteg über den Sand ist noch lange kein Weg ins Meer. Hier erfahren Sie, was die einzelnen Strände in Arona und Costa Adeje laut offiziellen Angaben bieten – und wie Sie barrierefreie Strände im Süden Teneriffas finden, die Sie auch wirklich nutzen können.

Lächelnde ältere Frau mit buntem Strohhut an einem Strand auf Teneriffa

Barrierefreie Strände im Süden Teneriffas: Was heißt das eigentlich?

Manche Strände gelten als barrierefrei, weil eine Rampe von der Promenade hinunterführt. An anderen gibt es Personal, das Sie ins Wasser bringt. Sieben Punkte machen den Unterschied:

  • Zugang über eine Rampe von der Promenade oder vom Parkplatz aus statt über Stufen.
  • Holzstege über den Sand – und wie weit sie reichen.
  • Ein Amphibienrollstuhl: ein Strandrollstuhl, der über den Sand rollt und im Wasser schwimmt.
  • Ein Service für begleitetes Baden: Personal, das Ihnen beim Umsetzen hilft und mit Ihnen ins Wasser geht.
  • Eine barrierefreie Toilette und eine bodengleiche Dusche mit Haltegriffen und Sitz.
  • Ausgewiesene Behindertenparkplätze in der Nähe der Rampe.
  • Schatten – oder die Möglichkeit, einen Sonnenschirm zu mieten.

Die letzten drei Punkte wirken wie Kleingedrucktes. Im Juli sieht das anders aus.

Der entscheidende Unterschied

Der Holzsteg bringt Sie an den Strand. Ins Meer bringt Sie das Personal.

Auf einem Holzsteg rollen Sie mit dem Rollstuhl über den weichen Sand bis kurz vor das Wasser. So sitzen Sie mittendrin bei allen anderen – und nicht oben an der Rampe. Bis ins Meer reicht der Steg aber nicht. Und ein Amphibienrollstuhl nützt nur dann etwas, wenn jemand das Umsetzen übernehmen kann.

Ob Sie tatsächlich baden können, hängt von einem Service für begleitetes Baden ab: Personal, das zu festen Zeiten im Dienst ist, den Amphibienrollstuhl bringt, beim Umsetzen hilft und mit Ihnen im Wasser bleibt. Wo ein Patientenlifter bereitsteht, hängt das Umsetzen nicht davon ab, dass jemand Sie hochhebt. Die Frage lautet also nicht „Ist dieser Strand barrierefrei?“, sondern „Wer hat Dienst – und wann?“

Los Cristianos

Playa de las Vistas: Ihr fester Anlaufpunkt

Wenn es Ihnen auf der Reise vor allem ums Baden geht, ist das Ihr Strand. Die Playa de las Vistas bietet rund 850 Meter feinen, hellen Sand und liegt geschützt hinter einem Wellenbrecher. Das Wasser ist deshalb ruhig, ohne nennenswerte Brandung. Der Barrierefreiheitsführer der Insel verzeichnet einen Zugang über eine Rampe, Holzstege, eine barrierefreie Toilette, eine Außendusche, Behindertenparkplätze und Schatten. Hinzu kommen die Blaue Flagge und die AENOR-Zertifizierung für universelle Barrierefreiheit.

Was diesen Strand von den anderen abhebt, ist der Service für begleitetes Baden der Gemeinde Arona: zwei Amphibienrollstühle, Amphibien-Gehstützen und ein Patientenlifter, im Einsatz von 11:00 bis 14:00 Uhr und von 15:00 bis 18:00 Uhr. Es ist der einzige Strand in dieser Gegend, für den der Service ganzjährig angegeben ist – nicht nur im Sommer.

Was die Reservierung angeht, lesen Sie am besten direkt bei der Gemeinde nach: auf arona.travel unter „Destino accesible“. Dort heißt es, dass Einzelpersonen normalerweise keinen Termin brauchen; wer lieber einen fest vereinbaren möchte, kann online reservieren. Gruppen müssen sich vorab per E-Mail anmelden. In der Überschrift derselben Seite steht allerdings noch immer, dass eine Reservierung erforderlich ist. Wenn Ihnen das Baden wichtig ist, reservieren Sie also sicherheitshalber.

Arona hat den Service außerdem für die Playa de Los Cristianos angegeben und – donnerstags und freitags – für die Playa de las Galletas. Beide Angebote gelten nur im Juli und August, und die Termine werden jede Saison neu bekannt gegeben. Außerhalb der Saison ist Las Vistas der Strand, an dem das Angebot weiterläuft – ein guter Grund, Ihre Unterkunft in Los Cristianos zu wählen.

Playa de las Américas

El Camisón, Troya und La Pinta

Was alle Playa de las Américas nennen, verteilt sich auf zwei Gemeinden, Arona und Adeje, auf beiden Seiten des Barranco del Rey. Entlang der Küste ändert sich das Angebot von Strand zu Strand. Informieren Sie sich also über den jeweiligen Strand, nicht über den Ferienort als Ganzes.

Die Playas de Troya in der Mitte des Ferienorts sind auf dem Papier am besten ausgestattet: ein Haupteingang mit einer Rampe von weniger als 12 % Steigung, Holzstege, eine barrierefreie Toilette, eine Familienumkleide mit bodengleicher Dusche und Haltegriffen, eine Außendusche und reservierte Parkplätze. Einen Amphibienrollstuhl oder Hilfe beim Baden verzeichnet der Eintrag jedoch nicht. Planen Sie Troya deshalb für einen Tag am Strand ein, nicht zum Baden.

Die Playa del Camisón auf der Seite von Arona ist kleiner und geschützt, dahinter verläuft eine ebene Promenade. Den meisten Angaben zufolge gibt es einen Zugang über eine Rampe und Holzstege. Im Barrierefreiheitsführer der Insel steht sie allerdings nicht, und Arona bietet dort keinen Service für begleitetes Baden an. Die Playa de la Pinta am Yachthafen Puerto Colón wird von den Wellenbrechern des Hafens abgeschirmt, deshalb ist das Wasser dort ruhig.

Costa Adeje

Torviscas, Fañabé und El Duque – und ein Hinweis für den Norden

In Costa Adeje kommen Sie so leicht voran wie nirgendwo sonst im Süden: Die Straßen und Promenaden am Meer sind breit und eben. Die Gemeinde Adeje gibt an, dass in Torviscas, Fañabé und El Duque ein Amphibienrollstuhl bereitsteht. Der Barrierefreiheitsführer der Insel verzeichnet für Torviscas und Fañabé zudem einen Service für begleitetes Baden. El Duque führt er zwar mit Amphibienrollstuhl, aber ohne diese Unterstützung – rechnen Sie dort also damit, dass Sie eine Begleitperson brauchen.

Für alle drei Strände sind ein Eingang mit Rampe und Holzstege angegeben. Fañabé und El Duque haben zusätzlich Behindertenparkplätze und eine barrierefreie Umkleide; für Torviscas sind eine Außendusche und Schatten aufgeführt. In El Duque stehen die Toilette und die Umkleide, die dem barrierefreien Zugang am nächsten liegen, den Gästen des benachbarten Hotels und Inhabern eines Euroschlüssels offen. Nehmen Sie Ihren Euroschlüssel also mit.

Einen Haken gibt es allerdings, in den Worten der Gemeinde Adeje selbst: Der Service kann nicht im Voraus reserviert werden und wird je nach Verfügbarkeit und im Rahmen der Einsatzzeiten der Rettungsschwimmer angeboten. Der Barrierefreiheitsführer nennt neben Sommer- auch Winterzeiten, es ist also kein reines Sommerangebot. Sie können aber nicht vorher anrufen und sicher sein, dass es klappt. Wenn Sie an einem Tag vor allem baden möchten, planen Sie besser mit Las Vistas.

Sie wohnen im Norden? In Puerto de la Cruz hat die Playa Jardín einen barrierefreien Weg vom Parkplatz in Richtung Ufer. Wegen der Wasserqualität war das Baden dort aber wiederholt für längere Zeit verboten – prüfen Sie vorher den aktuellen Hinweis der Gemeinde. Verlässlicher ist der Lago Martiánez: Nach eigenen Angaben verfügt das Becken El Lago über eine Rampe für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und einen Amphibienrollstuhl. Eintrittskarten gibt es am Besuchstag an der Kasse.

Gut zu wissen

Tageszeit, heißer Sand und die passende Mobilitätshilfe

Gehen Sie vormittags an den Strand. Der Service an der Playa de las Vistas pausiert zwischen 14:00 und 15:00 Uhr, also in der heißesten Zeit des Tages.

Unterschätzen Sie den Sand nicht. Mehrere Strände im Süden haben feinen, dunklen Vulkansand – genau so beschreibt Adeje den Sand von Torviscas. Dunkler Sand speichert die Hitze und kann gegen Mittag unter den Füßen schmerzhaft heiß werden. Das ist wichtig, wenn Sie sich barfuß umsetzen.

Achten Sie auf die Gezeiten. Jeder Holzsteg hört irgendwo auf, und bei Ebbe kann zwischen dem letzten Brett und dem Wasser noch ein Stück weicher Sand liegen.

Wählen Sie die passende Mobilitätshilfe. Ein manueller Rollstuhl, Transportrollstuhl oder leichter Faltrollstuhl ist die sinnvolle Wahl für den Strand: Er rollt über die Holzstege und passt zusammengeklappt in ein Taxi. Auf freiem Sand ist das Schieben dagegen mühsam – bleiben Sie also auf dem Steg. Ein Elektromobil gehört auf die Promenade. Unser Rat: Halten Sie es vom Sand und vom Salzwasser fern, denn feine Sandkörner setzen sich in den Lagern fest. Wenn Sie schnell ermüden, aber sicher auf den Beinen sind, ist ein Rollator mit Sitz besser geeignet als beides.

Die Amphibienrollstühle bleiben am Strand – alles andere mieten Sie bei uns. Mehr dazu lesen Sie in unseren Ratgebern „Teneriffa mit dem Rollstuhl: der umfassende Ratgeber“ und „Welches Elektromobil auf Teneriffa mieten? So wählen Sie richtig“; alles Weitere finden Sie unter Häufige Fragen.

Ihr passender Rollstuhl wartet im Hotel auf Sie

Die Lieferung ist überall auf Teneriffa kostenlos – ins Hotel, ins Apartment, in die Villa oder an Ihre Privatadresse. Nur die Übergabe an den Flughäfen Teneriffa Süd oder Teneriffa Nord kostet einen Aufpreis: 25 € pro Strecke, also 25 € für die Übergabe und 25 €, wenn wir den Rollstuhl dort auch wieder abholen.

Verfügbarkeit prüfen